Wartezeiten in der Hundekrankenversicherung: Was gilt ab Vertragsbeginn?
- Markus Focht
- 8. März
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. März
Du hast gerade eine Hundekrankenversicherung abgeschlossen – oder überlegst es zumindest. Und dann ließst du irgendwo das Wort Wartezeit. Was bedeutet das eigentlich genau? Ab wann bin ich wirklich versichert? Und was passiert, wenn mein Hund ausgerechnet kurz nach Vertragsabschluss krank wird? Diese Fragen beschschäftigen viele Hundehalter – und die Antworten sind entscheidend dafür, wie gut du im Ernstfall tatssächlich geschützt bist.
Was ist eine Wartezeit in der Hundekrankenversicherung?
Die Wartezeit ist der Zeitraum zwischen dem Abschluss deines Vertrags und dem Beginn des tatsächlichen Versicherungsschutzes. Während dieser Frist trägst du Tierarztkosten noch selbst – auch wenn du bereits Beiträge zahlst. Die Wartezeit soll verhindern, dass Hundehalter eine Versicherung erst dann abschließen, wenn ihr Hund bereits krank ist oder ein konkreter Verdacht besteht.
Das ist kein kleines Gedrucktes und auch keine unfaire Klausel – sondern ein Standard in der Versicherungsbranche, der das System für alle fairhalt. Dennoch ist es wichtig, die Fristen genau zu kennen.
Die allgemeine Wartezeit: 30 Tage bei Barmenia
Bei der Barmenia Hundekrankenversicherung gilt für alle allgemeinen Krankheiten eine Wartezeit von 30 Tagen ab Versicherungsbeginn. Das heißt: Erkrankt dein Hund in den ersten 30 Tagen nach Vertragsabschluss an einer Krankheit, werden die entstehenden Kosten nicht erstattet.
Die gute Nachricht: Bei einem Unfall gilt keine Wartezeit. Wenn dein Hund also am Tag nach Vertragsabschluss von einem Auto gestreift wird oder sich bei einem Sprung das Bein bricht, ist er sofort versichert. Das ist ein wichtiger Unterschied – denn Unfälle können bekanntlich jederzeit passieren.
Längere Wartezeiten für bestimmte Erkrankungen
Für bestimmte – meist genetisch bedingte oder rassetypische – Erkrankungen gelten bei Barmenia längere Wartezeiten. Diese Erkrankungen sind bekannt dafür, dass sie häufig bei bestimmten Rassen auftreten, weshalb die Versicherung einen längeren Schutzzeitraum einbaut.
Beim Premium-Plus-Tarif gilt für folgende Erkrankungen eine Wartezeit von 6 Monaten:
Hüftdysplasie (HD), Ellbogendysplasie (ED), Patellaluxation, Ektropium (Augenlidfehlstellung), Radius curvus (Unterarmfehlstellung), Goldakupunktur, Prothesen und Kastration.
Beim Standard-Tarif gelten für dieselben Erkrankungen sogar 18 Monate Wartezeit. Das ist ein gewichtiger Unterschied – und einer der wichtigsten Gründe, den Premium-Plus-Tarif sorgfältig in Betracht zu ziehen, wenn du eine Rasse hast, die für HD oder ED anfällig ist.
Was bedeuten HD, ED und Patellaluxation konkret?
Damit auch nicht-Tiermediziner verstehen, um welche Diagnosen es geht:
Hüftdysplasie (HD) ist eine angeborene Fehlentwicklung des Hüftgelenks, bei der der Oberschenkelkopf nicht richtig in die Hüftpfanne passt. Das führt zu Arthrose und Schmerzen. Betroffen sind besonders Labrador, Golden Retriever, Schäferhund und Berner Sennenhund.
Ellbogendysplasie (ED) ist ähnlich, betrifft aber das Ellbogengelenk. Auch sie führt zu chronischen Schmerzen und kann operative Eingriffe nötig machen.
Patellaluxation beschreibt eine Kniescheibe, die aus ihrer normalen Position springt. Besonders kleine Rassen wie Chihuahua, Pudel oder Yorkshire Terrier sind häufig betroffen.
Warum du die Versicherung so früh wie möglich abschließen solltest
Die Wartezeiten machen eines glasklar: Je früher du eine Hundekrankenversicherung abschließt, desto besser. Im besten Fall schließt du sie noch im Welpenalter ab – bevor überhaupt ein Tierarztbesuch stattgefunden hat und somit keine Vorerkrankungen dokumentiert sind.
Wer einen Labrador-Welpen hat, sollte nicht bis zum ersten Anzeichen von Lahmheit warten, bevor er über HD-Schutz nachdenkt. Wer das tut, wird feststellen: HD gilt dann möglicherweise bereits als Vorerkrankung oder bekannter Verdacht – und ist damit ausgeschlossen. Die 6- bzw. 18-monatige Wartezeit muss ab Vertragsabschluss erfüllt sein, ohne dass die Erkrankung vorher diagnostiziert wurde.
Was passiert, wenn mein Hund während der Wartezeit krank wird?
Tritt ein Versicherungsfall während der Wartezeit ein, übernimmt die Versicherung diese Kosten nicht. Was aber noch wichtiger ist: Die Erkrankung, die während der Wartezeit aufgetreten ist, kann als Vorerkrankung gewertet werden und dauerhaft vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sein. Das ist der eigentliche Grund, warum eine frühzeitige Absicherung so wichtig ist.
Fazit: Wartezeiten kennen, früh handeln
Wartezeiten sind keine versteckten Fallen, aber sie sind real und müssen bekannt sein. Wer sie versteht, trifft bei der Tarifwahl bessere Entscheidungen – und schließt die Versicherung zum richtigen Zeitpunkt ab. Die wichtigste Botschaft: Der beste Zeitpunkt für eine Hundekrankenversicherung ist immer jetzt – also so früh wie möglich im Leben deines Hundes.
Lese dazu auch unsere häufig gestellten Fragen zur Hundekrankenversicherung für einen weiteren Überblick über alles, was vor Vertragsabschluss wichtig ist.
Jetzt Hundekrankenversicherung berechnen
Welcher Tarif passt zu deinem Hund? Berechne jetzt kostenlos und unverbindlich deine persönliche Hundekrankenversicherung auf hundekv24.de – schnell, unverbindlich und direkt online.
Hinweis
Dieser Artikel dient zur allgemeinen Information. Maßgeblich für Versicherungsleistungen sind stets die Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Barmenia (AVB) in der jeweils gültigen Fassung sowie der individuelle Versicherungsschein.


